Hafermilch – alle Infos zum Pflanzendrink

Hafermilch und alle Zutaten zum Selbernachen stehen bereit.

Beschreibung

Hafermilch ist so etwas wie der Shootingstar unter den Pflanzendrinks und weist im Gegensatz zu Soja-, Mandel– oder Reismilch eine vergleichsweise kurze Geschichte auf. Erst in den 1990er-Jahren wurde sie vom schwedischen Wissenschaftler Rickard Öste an der Universität Lund entwickelt. Und falls du bei Schweden jetzt hellhörig wirst: Rickard Öste ist der Gründer von Oatly. Seit ihrer Erfindung hat Hafermilch eine beachtliche Karriere hingelegt und zählt mittlerweile zur beliebtesten Pflanzenmilchsorte überhaupt. Dem kann ich nicht widersprechen, denn da ich seit vielen Jahren auf Kuhmilch verzichte und meinen Kaffee ausschließlich mit Pflanzenmilch trinke, habe ich diesen rasanten Trend hautnah miterlebt. Bis 2015 konnte ich meinen Cappuccino in Cafés eigentlich nur mit Sojamilch bekommen, Mandelmilch war häufig schon das höchste der Gefühle. Aktuell ist das Angebot so vielfältig wie nie zu vor und von Los Angeles über New York und Düsseldorf bis Istanbul trinke ich meinen Cappuccino nun vorzugsweise mit Barista-Hafermilch. Grund genug, den Drink mal etwas näher zu betrachten und ein paar kernige Fakten mit dir zu teilen.

Hafermilch oder Haferdrink?

Streng genommen ist Hafermilch keine Milch, sondern ein Milchersatz. Laut EU-Gesetzgebung darf Pflanzenmilch deshalb auch nicht als solche gekennzeichnet und verkauft werden, da Milch ein geschützter Begriff für das tierische Produkt ist. Aus diesem Grund wird die vegane Alternative im Handel Haferdrink genannt. Unter Verbrauchern hat sich allerdings das Wort Hafermilch etabliert, da die pflanzliche Variante in Beschaffenheit, Verwendung und Optik der Kuhmilch sehr ähnlich ist.

Die Inhaltsstoffe von Hafermilch im Überblick

Hafer besitzt wertvolle Ballaststoffe, die gut für den Darm sind, lange satt machen und dazu beitragen, den Cholesterinspiegel zu senken. In der Weiterverarbeitung gehen die meisten Nährstoffe jedoch verloren. Industriell hergestellter Pflanzenmilch werden oft Vitamine und Mineralstoffe hinzugefügt, deren Bedarf speziell in einer veganen Ernährung schwieriger zu decken ist. So wird sie häufig mit Vitamin B und Calcium angereichert und damit dem Nährstoffgehalt klassischer Milch angeglichen. Von Natur aus ist Hafermilch laktosefrei und somit für Allergiker besonders gut verträglich. Allerdings enthält handelsüblicher Hafer geringe Mengen Gluten und ist damit für Zöliakie-Patienten ungeeignet. Achte beim Kauf auf die Inhaltsstoffe – Haferflocken und Hafermilch findest du mittlerweile auch glutenfrei.

Nährwerte 100 ml gekaufte Hafermilch

  • 40 kcal / 168 kj
  • 0.6 g Eiweiß
  • 6 g Kohlenhydrate / 5.2 g davon Zucker
  • 1.4 g Fett

Nährwerte 100 ml selbstgemachte Hafermilch

  • 10.6 / 164,5 kj
  • 0.4 g Eiweiß
  • 1.7 g Kohlenhydrate
  • 0.2 g Fett

Warum enthält gekaufte Hafermilch Zucker?

Sicher ist dir bei den Nährwerten aufgefallen, dass gekaufte Hafermilch mehr Zucker enthält als selbstgemachte, obwohl die meisten Sorten ohne Zuckerzusatz verkauft werden. Falls du schon einmal Hafermilch selber gemacht hast, wirst du zusätzlich wissen, dass diese nicht so süß schmeckt, wie das Pendant aus dem Supermarkt. Sondern eher getreidig und leicht nussig. Was ist da los?

Das liegt daran, dass gekaufter Hafermilch während der Herstellung Enzyme wie Amylase zugefügt werden, die die Stärke aufspalten und in Zucker umwandeln. Das ist wichtig, denn die Hafermilch wird während der Produktion zur Haltbarmachung erhitzt und dadurch schleimig – ähnlich wie Haferbrei. Die Amylase sorgt dafür, dass sie wieder flüssig und homogen wird. Die Bezeichnung „ohne Zuckerzusatz“ ist daher richtig, da es sich um natürlichen Zucker handelt.

Hafermilch für Babys und Kleinkinder

Im Gegensatz zu Sojamilch ist Hafermilch für Babys und Kleinkinder unbedenklich. Sie enthält viele Ballaststoffe und Mineralien, die gut für die Verdauung sind. Jedoch solltest du unbedingt darauf achten, dass du dein Baby oder Kleinkind gesund und abwechslungsreich ernährst und nicht ausschließlich auf Hafermilch setzt. Ihr fehlen, wie anderen Pflanzendrinks auch, wichtige Vitamine wie B12.

Wie nachhaltig ist der Pflanzendrink?

Hafer ist eine sehr genügsame Pflanze, die auch bei uns in Deutschland wächst. Das macht unsere geliebte Hafermilch zu einem der nachhaltigsten Drinks, die es gibt. Besonders nachhaltig wird es, wenn du den Drink selbst machst, weil du dann Hafer direkt aus der Region kaufen kannst.

Infografik Pflanzenmilch

Quelle: BBC & New York Times | Für welchen Drink entscheidest du dich?

Hafermilch selber machen

Das ist doch viel zu kompliziert, denkst du? Es ist eigentlich ziemlich simpel und du benötigst nur 3 Zutaten. Das Beste daran ist, dass du selber entscheidest, welche Zutaten du verwendest. Auch den Flüssigkeitsgrad und die Süße kannst du allein entscheiden. Ganz egal, ob du dich für die Zubereitung im Hochleistungsmixer oder im Pflanzenmilchbereiter entscheidest.

Extra Tipp

Luftdicht verschlossen, ist selbstgemachte Pflanzenmilch ca. 3-4 Tage im Kühlschrank haltbar. Für noch längere Haltbarkeit kannst du deine Hafermilch in Eiswürfelformen einfrieren und nach Bedarf auftauen.

Unser Tipp

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Mit dem vollautomatischen Pflanzenmilchbereiter Mila verzichtest du auf abgepackte Drinks und zauberst dir ruckzuck leckere, kreative Milchalternativen einfach selbst. Egal ob Hafer-, Soja-, Mandel- oder cremige Pistazienmilch.

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7 Fakten zu selbstgemachter Hafermilch

  • Super simpel: Für die Herstellung benötigst du lediglich Haferflocken, Wasser und 1 Prise Salz.
  • Keine Zusatzstoffe: Du selbst entscheidest über die Inhaltsstoffe deiner Hafermilch.
  • Günstig: 500 g Haferflocken aus regionalem Anbau gibt es schon für ca. 50 Cent. Gekaufte Pflanzenmilch kostet rund 2 Euro. Du sparst also eine Menge Geld!
  • Grün: Hafer wird viel in Deutschland angebaut. Somit kannst du regionale Produkte verwenden.
  • Kein unnötiger Verpackungsmüll: Milchtüten kommen dir so schnell nicht mehr ins Haus und Hafer gibt es oft in Papierverpackungen, die sich gut recyclen lassen.
  • Universal einsetzbar: Die pflanzliche Alternative eignet sich sehr gut zum Kochen und Backen
  • Nährwerte: Ein Gewinn für jede Diät – Hafermilch ist im Vergleich zu Kuhmilch sehr fettarm und liefert entsprechend weniger kcal/100 ml.

5 Tipps gegen schleimige Hafermilch

Du bist mit der Konsistenz deines Haferdrinks nicht zufrieden? Falls sie dir zu dickflüssig oder schleimig ist, dann habe ich hier ein paar hilfreiche Tipps für dich:

  • Die Konsistenz deiner Hafermilch hängt von der Art der Haferflocken ab, die du verwendest. Je feiner die Haferflocken, desto besser lösen sie sich auf und produzieren weniger Schleim. Versuch es mal mit Schmelzflocken, sie sind besonders zart.
  • Verdünne deine Hafermilch mit etwas Wasser.
  • Nimm weniger Haferflocken als im Rezept angegeben.
  • Verwende kaltes Wasser, wenn du deine Hafermilch mit dem Hochleistungsmixer herstellst. Püriere Haferflocken und Wasser so lange im Mixer, bis die Masse flüssig ist.
  • Wenn du deine Hafermilch mit einem Pflanzenmilchbereiter herstellst, solltest du Amylase verwenden. Wie das funktioniert, erfährst du hier.

Hafermilch aufschäumen – darauf musst du achten

Hafermilch eignet sich einfach perfekt für die Tasse Kaffee am Morgen oder Nachmittag. Der leichte Getreidegeschmack harmoniert gut mit Kaffee und ist eine optimale Alternative zu Kuhmilch. Oftmals lässt sich diese aber nicht gut aufschäumen, denn der Anteil von Fett und Protein entscheidet über die Schäumbarkeit der Milch. Das trifft auf gekaufte und selbstgemachte Hafermilch gleichermaßen zu. Deshalb haben viele Unternehmen in den letzten Jahren sogenannte Barista-Editionen auf den Markt gebracht, bei denen diverse Zusatzstoffe dafür sorgen, dass aus einem Drink, der eigentlich keinen Milchschaum liefert, ein absolutes Schaumwunder wird. Das können beispielsweise Mischungen mit Mandeln oder Sojabohnen sein oder zugefügte Stabilisatoren wie Sojalecithin, Erbsenprotein oder Pflanzenöle. Deine selbstgemachte Hafermilch kannst du übrigens nach dem gleichen Prinzip aufmotzen – weißt aber ganz genau, was drin ist.

Grundsätzlich sollte Hafermilch vor dem Aufschäumen möglichst kalt sein, da sie sich schneller als normale Kuhmilch erhitzen lässt. Allerdings solltest du beim Aufschäumen darauf achten, sie nicht zu überhitzen. Die optimale Temperatur liegt bei 50-55 °C. Die perfekte Konsistenz erkennst du daran, dass der Schaum schön cremig ist – nicht zu fest und nicht zu flüssig.

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