Barwagen – die Grundausstattung für deine mobile Hausbar

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Cocktails und die gehobene Barkultur liegen nun schon seit einigen Jahren voll im Trend und sind darüber hinaus zum absoluten Lifestyle avanciert. Weg von minderwertigen Saft- und Sirup Cocktails, die mit Früchten, kleinen Schirmchen und blinkenden Neon-Bänchen überladen sind. Gute Drinks sind wie gehobene Küche im Glas. Ein echtes Handwerk.

Doch es müssen ja nicht immer die besten Bars der Stadt sein. Auch zu Hause ist das Herumexperimentieren mit Freunden und der tiefe Einstieg in die Drink-Anatomie eine spannende und immer beliebtere Abendgestaltung. Gute Cocktails liegen voll im Zeitgeist und die Zahl der Homebars und Sprirituosen-Sammler wächst in Deutschland, wie nie zuvor. Egal ob Whisky-Tastings, Gin Tonic Abende oder Cocktailpartys. Das Bartum ist in immer mehr Haushalten ein absoluter Trend.

Für ein solides Barwagen-Starter-Kit brauchst du natürlich ein paar Spirituosen und etwas Equipment. Bei der Einrichtung deiner Homebar oder einem stylischen Barwagen stellt sich zu Anfang allerdings die Frage, welche Spirituosen du überhaupt wirklich brauchst, um eine große Vielzahl richtig guter Cocktails herstellen zu können. Schaust du in“ fancy“ Bars auf die Barkeeper in Hemd mit Fliege und die LED-beleuchteten Wände voller Spirituosen aus aller Welt, liegen Staunen, Neid und die spontane Überlegung einen neuen Kredit aufzunehmen ganz dicht beieinander.

Doch es reichen schon 8-10 unterschiedliche Spirituosen, um eine große Anzahl an klassischen und neuen Cocktailkreationen immer direkt nachmixen zu können.

Ganz wichtig ist hierbei die Qualität der Produkte. Kaufe auf jeden Fall ausnahmslos hochwertige Spirituosen, wenn du richtig gute Cocktails mixen möchtest. Das gilt fürs Kochen genauso wie fürs passionierte Mixen.

Hausbar Checkliste – Was brauche ich für eine solide Grundausstattung?

Hier kommt eine Liste mit der Grundausstattung deines Barwagens. Mit diesem Equipment steht einem beeindruckenden Cocktailabend nichts mehr im Wege. Überlege dir im Voraus welche Drinks du zubereiten möchtest und kaufe Obst, Kräuter und Filler dementsprechend frisch ein.

  • Grundspirituosen: Rum (weiß und braun), Gin, Bourbon, Cognac, Wodka, Wermut, Tequila
  • Cocktail Shaker
  • Rührglas mit Barlöffel
  • Messbecher (Jigger)
  • Barsieb (Strainer)
  • Ziruspresse
  • Sparschäler
  • Gläser: mindestens Tumbler und Longdrinkgläser
  • Eiswürfelform
  • Zuckersirup
  • Filler wie Tonic Water, Ginger Beer und Sekt
  • frische Kräuter
  • frisches Obst/Gemüse

Welche Spirituosen brauche in in meiner Hausbar?

Grundspirituosen

Grundspirituosen von links nach rechts: Gin, Rum, Vodka, Wermut, Cognac, Bourbon, Tequila

Weißer Rum

Rum wird aus Zuckerrohr hergestellt. Besonders die Karibischen Inseln und Mittel- und Südamerika sind Hauptproduzenten. Zuckerrohrmelasse wird fermentiert und destilliert. Die Lagerung erfolgt bei weißem Rum meist mehrere Monate in Edelstahltanks. Einige Hersteller lagern ihre Spirits darüber hinaus in benutzten Holzfässern, um dem Rum mehr Aroma und Charakter zu verleihen.

Cocktails mit weißem Rum sind zum Beispiel: Mojito, Daiquiri, Piña Colada

Brauner Rum

Brauner Rum ist weitaus aromatischer und lieblicher als sein helles Pendant. Nach der Destillation werden die Rums bis zu 30 Jahren in Holzfässern gelagert. In der Zeit ziehen sie Geschmack und Farbe aus den Dauben. Ein Durchschnitts-Rum lagert zwischen 3 und 7 Jahren in Holzfässern. Achte darauf, dass der Rum deiner Wahl nicht mit Zuckercouleur dunkel gefärbt wurde. Hinter dieser Bezeichnung versteckt sich oft Massenware, wobei junge Rumsorten einfach eingefärbt werden um den Anschein einer langen Lagerung zu suggerieren.

Extra Tipp

Besonders in Tiki-Rezepten wird oft Overproof Rum verlangt. Das ist Rum, der gar nicht oder nur sehr wenig mit Wasser verdünnt wird. Er besitzt einen Alkoholgehalt von mindestens 57%. Ein Rhum Agricole (immer mit „h“) ist ein Rum, der nicht aus der Melasse sondern dem frischen Saft des Zuckerrohrs destilliert wird. Er besitzt einen komplett anderen Geschmack als seine Rum-Kollegen und ähnelt eher hochwertigem Cachaça.

Cocktails mit braunem Rum sind zum Beispiel: Mai Tai, Rum Swizzle, Dark & Stormy, Rum Old Fashioned

Gin

Gin ist heutzutage aus keiner Hausbar mehr wegzudenken. Das meist getrunkene Destillat der British Navy schaffte es Ende des 18. Jahrhunderts sogar in die britische Oberschicht.

Gefühlt jede Woche sprießt eine neue Kreation aus dem Gin-Kreativ-Pool. Keine Spirituose erlebt die letzten Jahre so einen Hype, wie das klare Destillat aus Getreide. Der kleine Bruder des niederländischen Schnaps´ „Genever“, wird zusammen mit Gewürzen und Kräutern (Botanicals) gebrannt. Bei den klassischen Gin Sorten steht der Geschmack der Wacholderbeere stark im Vordergrund. Auch bei Gin gibt es starke Qualitätsunterschiede. Grob kannst du dir merken, dass die hochwertigsten Gins 3 bis 4-fach gebrannt sind. Die strengsten Qualitäts-Reglementierungen besitzt ein „London Dry Gin“.

Welche Gin-Kategorien es noch gibt inklusive 12 „Kick Ass“ Rezeptideen findest du genau hier:

Cocktails mit Gin sind zum Beispiel: Gin Tonic, Gimlet, Martini, Negroni, Gin Basil Smash, Tom Collins, Singapore Sling

Bourbon & Scotch Whisk(e)y

Whisky spielt in der Evolution der Cocktail-Kultur eine tragende Rolle. Besonders der American Whiskey (vor allem Bourbon) ist einer der Eckpfeiler der klassischen New Orleans Cocktails. Gemaischtes Getreide wird destilliert und für mehrere Jahre in Holzfässern gelagert. Erst durch die Lagerung in bestimmten oder unterschiedlichen Fässern bekommt das klare Destillat seine charakteristischen Geschmäcker und Farbtöne.

Auch hier schmeckt kein Whisky, wie der andere. Unter dem Begriff „American Whiskey“ verbergen sich mehrere Whisky Arten. Vor allem Rye Whisky (Destillat aus mindestens 51% Roggen) und Bourbon (Destillat aus mindestens 51% Mais) sind die beste Wahl für Cocktails und Highballs.

Bourbon Whiskey wird ausschließlich in neuen Fässern aus amerikanischer Eiche gelagert und muss mindestens 2 Jahre darin Geschmack annehmen. Bourbon ist aromatisch und hat meist einen charakteristischen Geschmack nach Vanille, Karamell und Trockenfrüchten.

Rye Whiskey kommt ursprünglich aus Nordamerika (besonders Canada). Der Roggen verleiht den Spirits einen etwas würzig härteren Geschmack und wird vor allem in den genial einfachen Drinks der New Orleans Cocktails um die Jahrhundertwende verwendet.

Extra Tipp

Whisky vs. Whiskey. Welche Schreibweise ist denn jetzt richtig? Beide! Um sich von den schottischen Malts abzugrenzen entschieden die Iren irgendwann ihren Whisky mit „e“ zu schreiben. Irische Auswanderer brachten die Schreibweise mit in die USA. Heutzutage ist die Schreibweise nicht unbedingt ortsbezogen sondern kann auch die Herstellung einer Spirituose meinen. So wird irischer Whiskey zum Beispiel 3-fach destilliert (im Gegensatz zu den meisten schottisch Malts).

Schottland ist und bleibt Whisky-Land Nr. 1. Jeder Whisky-Liebhaber schätzt einen guten Scotch (Scotch ist der Sammelbegriff für Whisky aus Schottland). Über 112 Brennereien (Tendenz steigend) in 6 großen Regionen brennen um die Wette. Whisky ist mehr denn je „en vogue“. Ein Scotch muss aus gemälzter Gerste hergestellt werden und mindestens 3 Jahre in Holzfässern lagern. Auch hier machen Destillation, Holzart und Lagerung die großen Unterschiede. Besonders beliebt ist bei Kennern Whisky von der Insel Islay (gesprochen: Eilah). Diese Malts zeichnen sich durch ihren zum Teil stark torfig, geräucherten Geschmack aus. So ein „peated“ Whisky ist eine tolle Bereicherung für deinen Barwagen.

Cocktails mit braunem Whisky sind zum Beispiel: Whisky Sour, Old Fashioned, Boulevardier, Vieux Carré, Manhatten, Blood & Sand, Rob Roy

Cognac/Brandy

Cognac ist ein Destillat aus weißen Trauben (meist Rebsorte Trebbiano). Um den Namen tragen zu dürfen, muss der Cognac in der französischen Stadt Cognac oder deren Umgebung gebrannt werden. So ist der Name standortgeschützt.

Cognac wird doppelt destilliert (Doppelbrandverfahren) und im Anschluss in Eichenholzfässern gelagert. Die Länge der Lagerung bzw. dessen Qualität ist auf dem Etikett festgehalten.

  • V.S. Cognac (very special) ist die jüngste Lagerung und muss mindestens 2 Jahre im Fass gelegen haben.
  • V.S.O.P Cognac (very special old pale) muss mindestens 4 Jahre gereift sein.
  • X.O. Cognac (Extra Old – oder auch V.V.S.O.P. oder Napoléon) sind die ältesten Abfüllungen. Sie müssen mindestens 6 Jahre alt sein. Nach oben hin gibt es keine Regelung.
Extra Tipp

Auch Cognac ist wieder stark im Kommen. Besonders in den USA verzeichnet der französische Weinbrand wieder Rekordverkäufe. Nicht zuletzt dank der Vermarktung und des Konsums namhafter US-Rappern.

Weinbrände außerhalb der Stadt Cognac werden oft unter dem Begriff Brandy zusammengebracht (eine Ausnahme ist die französische Gascogne, in der der hergestellte Weinbrand „Armagnac“ heißt). Der bekannteste Brandy kommt aus Spanien (Brandy de Jerez). Hier werden die Brände nach dem sogenannten Solera-Verfahren gereift.

Für deine Hausbar reicht zum Mixen ein solider V.S. Cognac oder ein Solera Reserva Brandy. Möchtest du deinen Gästen etwas Besonderes ins Glas geben oder Cognac auch gerne mal pur ausschenken rate ich dir zu einem V.S.O.P.

Cocktails mit Cognac/Brandy sind zum Beispiel: Side Car, Alexander, Vieux Carré, Horse´s Neck, French 75

Barwagen

Cocktail Zubereitung auf einem eingerichteten Barwagen

Wermut

„Na Junge?! Noch nen kleinen Wermut?“ fragte meine Großmutter mich nach jedem Mittagessen. Der mit Kräutern, Gewürzen und Alkohol eingelegte Wein wird schon seit Jahrhunderten als verdauungsförderndes Mittel oder gar Medizin vertickt. Den Namen bekommt das Getränk von der geschmacksgebenden Hauptzutat. Dem Wermutkraut. Dadurch bekommt der Wermut seinen charakteristisch bitteren Geschmack. Süßem Wermut wird Zucker hinzugefügt. Besonders italienische und französische Wermuts sind qualitativ sehr hochwertig und zum Mixen von Cocktails sehr gerne verwendet.

Extra Tipp

Ein Wermut verliert nach dem Öffnen, wie ein guter Wein, schnell seinen knackigen Geschmack. Versuche daher ihn in möglichst kleinen Flaschen zu bekommen und nach der Benutzung  fest zu verschließen und im Kühlschrank zu lagern. Aber keine Sorge 1-2 Monate halten sich die Aromen schon sehr gut.

Cocktails mit Wermut sind zum Beispiel: Manhatten, Vieux Carré, Americano, Negroni, Rob Roy, Boulevardier

Wodka

Das klare Roggen- oder Weizendestillat hat seinen Ursprung in Polen (nicht Russland), bzw. Slawien. Die Spirituose kann unzählige Male gebrannt werden und wird durch jeden Destillationsprozess reiner, neutraler und somit hochwertiger. Das Fehlen von Fuselalkoholen macht einen sehr guten Wodka aus (merkt man spätestens am Kater-Status). Die meisten Premium Wodkas werden zwischen 4 und 11 Mal destilliert.

Dass Wodka eigentlich aus Kartoffeln hergestellt wird, stimmt nicht. Diese Variante ist erst seit dem 19. Jahrhundert bekannt und nimmt einen nur sehr kleinen Teil der Wodkaproduktion ein.

Der Name ist die Verniedlichungsform des polnischen Wortes „woda“ (Wasser). Somit heißt Wodka übersetzt „Wässerchen“.

Für deine Hausbar wähle auf jeden Fall einen Premium Wodka. Sehr gute Destillate gibt es schon zu sehr attraktiven Preisen.

Extra Tipp

Wodka oder Vodka? Im europäischen Raum ist Wodka die richtige Schreibweise. Die Amerikaner deuteten den kyrillischen Anfangsbuchstaben (водка – Wodka) einfach als „V“. So wird der Wodka in Übersee halt einfach mit „V“ geschrieben. Die Spirituosen sind aber immer dieselben.

Cocktails mit Wodka sind zum Beispiel: Vodka Martini, Vesper, Cosmopolitan, Moscow Mule, Bloody Mary, White Russian, Screwdriver

Tequila

Tequila ist ein Destillat aus der blauen Agave. Das Nationalgetränk Mexicos bekommt durch die Kakteen einen sehr charakteristischen Geschmack. Namensgeber des Getränks ist die gleichnamige Stadt an der Pazifikküste.

Eine einzelne Pflanze braucht gut 8 Jahre, bis sie reif zum Ernten ist. Zum Brennen wird ausschließlich das Herz der Kakteen verwendet (Piña). Nach dem Brennprozess wird der Tequila direkt abgefüllt oder in Eichenholzfässern weiter gelagert.

Mit über 900 Tequila Marken allein in Mexico, eroberte die Spirituose schnell die ganze Welt und natürlich auch die Barkultur.  Ein hochwertiger Tequila ist eine sehr hochwertige und milde Spirituose, die sogut wie nichts mit den günstigen Tequilas zu tun hat, die es bei uns im Supermarkt um die Ecke zu kaufen gibt.

Extra Tipp

Tequila mit Salz und Zitrone, oder Zimt und Orange zu trinken ist eine europäische bzw. deutsche Erfindung, die es in Mexico nicht gibt. Obst und Gewürz soll vor allem den scharfen Alkohol-Geschmack der meist minderwertigeren Spirituose überdecken.

Qualitätskategorien sind bei Tequila:

  • Silver (blanco, plata) – direkt nach dem Brennen abgefüllt
  • Gold (joven) – Ein Blend (Mischung) aus Silver und gereiften Tequilas
  • Reposado – Tequila muss mindestens 2 Monate in Holzfässern gelagert haben
  • Añejo – Muss mindestens 1 Jahr im Fass gelagert werden (nicht mehr als 3 Jahre)

Tequilas, die eine noch längere Lagerzeit im Holzfass verbringen tragen meist den Namen „extra-añejo“.

Für deine Hausbar empfehle ich dir einen 100 % Agave Tequila. Zum Mixen ist ein Reposado eine gute Wahl. Möchtest du deinen Gästen (und in erster Linie dir selbst) etwas Besonderes gönnen, kaufe dir einen Añejo (alten, gereiften) Tequila zum puren Genießen.

Cocktails mit Tequila sind zum Beispiel: Margarita, Frozen Margarita, Paloma, Sangrita, Tequila Sour, Mexicana, Tequila Sunrise

Welches Equipment braucht meine Hausbar?

Bar Equipment

Bar Stuff von links nach rechts: Boston Shaker/Rührglas, Muddler, Jigger, Strainer, Ellenbogen-Presse, Korkenzieher, Barlöffel, Cobbler Shaker

Cocktailshaker

Das wichtigste Bar-Utensil ist ein anständiger Shaker. In ihm werden die Zutaten auf Eis ordentlich geschüttelt, emulgiert, gekühlt und ggf. durch das Schmelzwasser verdünnt. Dabei unterscheidet man zwischen 3 verschiedenen Typen:

Cobbler Shaker

Dieser Shaker aus Edelstahl besteht aus 3 Teilen. Dem Shaker-Unterteil, einem Zwischenaufsatz mit integriertem Sieb und dem Deckel inklusive Verschlussklappe. Besonders für Anfänger ist diese Form des Shakers perfekt. Der integrierte Strainer ist erstens praktisch zum direkten Ausgießen ins Gästeglas und zweitens erzeugt er durchs Schütteln einen schönen Schaum.

Extra Tipp

Die Verschlusskappe an Cobbler Shakern hat meistens 3 oder 4 cl Fassungsvermögen. So kannst du die Kappe als Messbecher (Jigger) verwenden, wenn du gerade nichts anderes zur Hand haben solltest.

Boston Shaker

Der Boston Shaker hat, wie der Name schon sagt, seinen Ursprung in den USA. Er ist die Wahl vieler professioneller Barkeeper. Er besteht aus 2 großen Bechern (meistens Edelstahl und Glas), die schräg ineinander gesteckt werden. Die Vorteile sind vor allem die weitaus größere Füllmenge und eine einfachere Emulsion beim Shaken dank des langen Weges. Der Glasbecher kann darüber hinaus wunderbar als Rührglas genutzt werden.

Ein kleiner Nachteil ist die Handhabung. Die Becher werden schräg ineinander gesteckt und mit einem leichten Schlag des Handgelenks ineinander geschoben. Ist der Winkel nicht perfekt, schließt der Shaker nicht richtig. Ein zu fester Schlag im falschen Winkel verkeilt beide Teile und du hast Mühe die Teile wieder auseinander zu bekommen. Das perfekte Handling braucht daher etwas Übung (ist ja aber nicht so schlimm, wenn es im Anschluss immer einen Drink gibt, oder?).

Extra Tipp

Boston Shaker, die aus 2 Metallbechern bestehen heißen „Tin Tin Shaker“.

Parisian Shaker

Eine Mischung aus Cobbler- und Boston Shaker ist der French- oder Parisian Shaker. Er besteht auch aus 2 Teilen. Allerdings besitzt er die Form eines 3-teiligen Shakers und ist genauso einfach ineinander zu stecken.

Rührglas

Ein Rührglas gehört zum essenziellen Equipment einer jeden Home Bar. Hier werden alle Zutaten für einen Drink hineingegeben, das Glas bis oben mit Eiswürfeln aufgefüllt und mit Hilfe eines langen Barlöffels eiskalt gerührt.

Ein Rührglas benutzt du, wenn Cocktails zum großen Teil aus Spirituosen bestehen und keine große Emulsion stattfinden muss. Hier geht es in erster Linie darum den Drink eiskalt durchzumischen. Meistens wird 15-20 Sekunden gerührt, bis sich eine Eisschicht außen am Glas bildet. Sehr starke Cocktails vertragen aber auch eine längere Rührdauer, in der das Schmelzwasser den „harten Stoff“ etwas ausbalancierter macht.

Besonders klassische New Orleans Cocktails die „straight up“, also ohne Eis ins Glas kommen, wie ein Vieux Carré, Boulevardier, Old Fashioned und Sazerac werden bevorzugt gerührt. Auch ein Martini wird ganz klassisch eigentlich im Glas kalt gerührt. Allerdings ist spätestens seit James Bond auch die geshakte Variante mehr als bekannt („geschüttelt nicht gerührt“).

Extra Tipp

Professionelle Barkeeper halten das Rührglas mit 2 Fingern ganz unten am dicken Glasboden fest, damit kein zusätzliches Eis durch die Handwärme am Glas schmilzt

Jigger/Messbecher

Ein Jigger ist eines deiner wichtigsten Bar-Tools. Die kleinen Messbecher gibt es in unzähligen Formen und Materialien. Wenn du einen perfekt ausbalancierten Drink ausschenken möchtest, kommst du an präzisem Messen nicht vorbei. Richtig gute Cocktails sind wie ein Tortenrezept. Es kommt oft aufs Gramm genau an. In den meisten gehobenen Bars sind die Zeiten des „Freepourings“ vorbei. Bei dieser Methode werden Flüssigkeiten ohne Maß ausgeschenkt und die Menge durch Zählen ermittelt. Aber selbst für sehr erfahrene Barkeeper ist es sehr schwer millilitergenau zu arbeiten. Ein Jigger ist daher die allererste Wahl.

Die Maßeinheiten werden in Europa meist in cl (Zentiliter) angegeben. In den USA verwendet man Flüssigunzen (oz.), in Großbritannien Milliliter (ml) zum Messen.

Egal welches Rezept du gerade vor dir hast. Die Umrechnung ist recht simpel:

1 oz. sind 30 ml, also 3 cl (geteilt durch 10)

45 ml / 4,5 cl / 1,5 oz.

120 ml / 12 cl / 4 oz.

Strainer/Sieb

Es gibt grob gesagt 3 Arten von Barsieben. Der „Hawthrone Strainer“ ist grob perforiert und besitzt eine Metallspirale, um sich bündig auf Cocktailshaker setzen zu können und darüber hinaus Fruchtfleischreste und Fruchtkerne aufzufangen.

Der Julep Strainer sieht aus wie ein großer Löffel aus Metall, in den viele kleine Löcher gestanzt sind. Er wird vor allem für Rührgläser verwendet.

Wenn in einem Rezept von „double strain“ die Rede ist, meint man das doppelte Filtern des fertigen Cocktails. Beim Abseihen wird der Drink erst durch einen der groben Strainer und zusätzlich durch ein kleines feinmaschiges Haushaltssieb gegossen.

Muddler/Stößel

Ein Muddler („englisch für Durcheinanderbringer“) ist meist aus Holz gefräst. Teurere Varianten sind aus Plastik und Edelstahl. Er dient dazu Früchte oder Kräuter am Glasboden zu zerdrücken und dadurch Flüssigkeit und ätherische Öle freizusetzen, die sich mit den restlichen Cocktailzutaten mischen. Er besitzt einen langen Stiel, um auch mühelos in Longdrink Gläser oder Rührgläser zu kommen. Die bekanntesten Cocktail, in denen gemuddelt oder nur leicht angedrückt wird, sind Caipirinha, Mojito und Gin Basil Smash.

Zitruspresse

Eine Zitruspresse ist das A und O um schnell frische Säfte pressen zu können. Ich hatte lange Zeit Omas alte Handpresse in der Schublade. Geht natürlich auch, ist aber teilweise sehr mühsam und macht viel Dreck. Eine nicht allzu teure Investition ist eine Armpresse bzw. Ellenbogenpresse. Hier werden Zitronen oder Limettenhälften eingelegt und mit einer lockeren Bewegung bis auf den letzen Tropfen sauber ausgedrückt.

Sparschäler

Einen Sparschäler hast du sicherlich schon im Hausgebrauch. Wenn nicht, leg dir auf jeden Fall einen zu. Zum sauberen und einfachen abschälen von Zitruszesten ist dieses einfache Teil einfach perfekt.

Welche Zutaten sollte ich immer im Haus haben?

Bar Vorräte

Vorräte für gute Cocktails

Spirituosen halten sich auch offen in deiner Wohnung sehr sehr lange (du solltest allerdings direkte Sonneneinstrahlung vermeiden). Das Bar-Equipment hält ja sowieso. Aber was ist mit den ganzen Zutaten, die deine liebsten Drinks benötigen? Obst, Gemüse, Kräuter, Filler etc.?

Obst und Gemüse

Obst hält sich im Gemüsefach deines Kühlschranks durchaus 1-2 Wochen. Besonders Zitronen, Limetten und Orangen sind die Grundausstattung für viele gute Drinks. Möchtest du deinen Liebsten etwas Besonderes gönnen oder einfach mal was Neues ausprobieren, kaufe spezielles Obst oder Gemüse einfach nach der Arbeit, ruhig ein paar Tage im Voraus.

Kräuter

Egal ob Rosmarin für deinen Gin Tonic oder Basilikum für einen amtlichen Gin Basil Smash; Kräuter nehmen einen großen Stellenwert in der gehobenen Barkultur ein. Abgepackte Kräuter aus dem Supermarkt halten 1-3 Tage. Nimm sie aus der Verpackung, wickle sie in nasses Küchenkrepp und lagere sie im Gemüsefach deines Kühlschrankes. So bleiben sie frisch und werden nicht welk.

Optimalerweise hast du einen kleinen Kräutergarten auf dem Balkon, oder wie ich, Rosmarin, Thymian, Basilikum und Minze im Blumenkasten in der Küche. Topfkräuter halten weitaus länger und bei guter Pflege wachsen sie auch immer wieder brav nach.

Filler

Die sogenannten „Füller“ sind meist kohlensäurehaltige Getränke, wie Soda, Tonic Water, Ginger Beer, Sekt/Champagner oder Bier. Bier hast du wahrscheinlich eh im Haus. Von den anderen Fillern deiner Lieblings-Drinks lohnt es sich immer einen kleinen Vorrat im Vorratsschrank zu bunkern, falls doch mal spontan Besuch auf der Matte steht.

Zuckersirup

„Simple Syrup“ (einfacher Zuckersirup) wird in vielen Cocktails verlangt. Du kannst natürlich teure Produkte im Supermarkt kaufen oder deinen Sirup ganz einfach selber machen. Für Simple Syrup nimmst du 300 ml Wasser und lässt es zusammen mit 300 g Zucker in einem Topf auf 2/3 einkochen. Egal wie viel Sirup du herstellst, das Verhältnis bleibt immer 1:1. In eine sterile Flasche abgefüllt hält sich dein Sirup ein gutes Jahr.

Extra Tipp

„Rich Syrup“ hat das Mischungsverhältnis von 2:1 (2 Teile Zucker, 1 Teil Wasser).

Eis

Oh ja, gute Drinks brauchen viel Eis. Sag schon mal Tschö mit ö zu deinen TK Pizzen und Schnitzeln. Denn der Eiswürfelverschleiß ist hoch beim Mixen. Eis für den Shaker, fürs Rührglas, zum Kühlen der Gläser etc. Friere Eiswürfel  nach und nach auf  Vorrat ein und gib sie in Gefrierbeuteln ins Eisfach. So läufst du nicht Gefahr plötzlich eislos vor deinen Gästen zu stehen. Ganz im Notfall hat die Tankstelle ja auch noch einigermaßen annehmliches Eis parat.

Welche Gläser brauche ich für welchen Drink?

Cocktailgläser für deine Homebar

Cocktailgläser von links nach rechts: Highball Glas, Coupette, Martini Glas, Likör Glas, Tumbler

Tumbler

Der Tumbler ist das klassische Cocktailglas. Charakteristisch sind die runde Form und der schwere, dicke Glasboden. Du kannst deinen Tumbler für alle Cocktails, die auf Eis serviert werden verwenden. Besonders klassische Cocktails, wie Sours, Shrubs oder Highballs. Der Tumbler ist das typische „Old Fashioned“ und „Sazerac“ Gals.

Extra Tipp

Den Namen „Tumbler“ (stürzend) bekam das Glas, da der Boden damals konvex geformt war und beim Hinstellen einfach umfiel. Das Glas war dafür konzipiert es den ganzen Abend in der Hand zu halten (auf Parties immer sehr willkommen, wenn man nicht weiß, was man sonst mit seinen Armen machen soll). Der dicke Glasboden verhinderte das zu schnelle Warmwerden der Eiswürfel durch die Handwärme.

Highball Glas

Das längliche Highball Glas ist perfekt für jede Art von Longdrinks. Besonders Cocktails, die mit Fillern, wie Soda, Tonic Water, Ginger Beer und Co aufgegossen werden, werden in diesem Glastyp serviert. Dazu gehören natürlich auch die bekannten Longdrinks wie Gin Tonic, Dark & Stormy, Scotch & Soda oder Paloma.

Extra Tipp

Wo liegt eigentlich der Unterschied zwischen einem Highball und einem Longdrink? So ganz genau kann man das nicht sagen. Beide Begriffe werden oft gleich verwendet. In gehobenen Bars wird allerdings oft dahingehend unterschieden, dass der Highball als gemixter Drink zum Gast kommt. Dem Highball wird die Flasche des Fillers mit dazugestellt, sodass der Gast seinen Longdrink selber nach und nach aufgießen kann.

Coupe/Coupette

Die Cocktailschale ist schon seit den 20er Jahren en vogue. Sie sieht einer schlichten Champagner-Schale sehr ähnlich, ist aber meistens etwas kleiner. Perfekt für alle Cocktails, die „straigt up“, spich kalt aber ohne zusätzliches Eis ins Glas kommen. Zu diesen sogenannten Short Drinks gehören z.B. Daiquiri, Martini, Side Car oder Vieux Carré

Extra Tipp

„Coupe“ bedeutet auf Französisch einfach nur Schale. Die Amerikaner übernahmen den Glastypen und das extravagant klingende Wort einfach gleich mit. Champagnerschalen gibt es in Frankreich schon seit dem 17. Jahrhundert. Das schöne Märchen, dass die Glasform Marie Antoinettes Brust nachempfunden wurde, ist heutzutage leider widerlegt.

Martini Glas

Eigentlich ist die Y-Glas-Form nur eine Variante der Coupette. Allerdings haben Martini-Cocktails seit den 30er Jahren ihren festen Platz im konischen Stielglas. Besonders der durch James Bond gehypte Martini (bzw. Vesper) und Crusta-Cocktails, wie Margarita sind aus den Martini Gläsern nicht wegzudenken.

Likör Glas/Nosing Glas

Schon Oma hatte immer eine ganze Garnitur Likörglässchen in ihrer Vitrine. Die kleinen Stielgläser fassen nur 4-6 cl und sind zum puren Genießen von Spirituosen oder Likören gedacht. Ein Nosing Glas besitzt eine bauchige Form und verengt sich nach oben. So können durch die große Oberfläche im Glas und die gebündelte Kaminform besonders viele Geschmacksnoten erschnüffelt werden. Besonders Whisk(e)y, Rum, Sherry und Portwein sind typische „Cordial Glass“ (englische Bezeichnung) Spirituosen.

Weingläser

Von lins nach rechts: Rotwein Glas, Weißwein Glas, Sektflöte

Rotwein Glas

Rotweine sind sehr komplex in Geruch und Geschmack. Um so viele Geschmacksnuancen zu schmecken, sind gute Rotwein Gläser sehr bauchig. Die große Oberfläche sorgt für den größten Sauerstoffaustausch und kitzelt damit die meisten Aromen aus dem Wein. Die sich nach oben verengende Form bündelt die Aromen. Die Gläser sind besonders für schwere Rotweine konzipiert. Du kannst aber auch Longdrinks, wie Gin Tonic & Co. einen optischen Kick verleihen. Sogar purer Cognac oder Brandy entfalten ihre Aromen durch die große Oberfläche im Rotweinglas ziemlich gut.

Extra Tipp

Weingläser werden immer bis zum Punkt der größten Oberfläche befüllt. Das heißt im Knick des unteren Drittels entfaltet Wein und Co das meiste Aroma.

Weißwein Glas

Weißwein Gläser sind etwas schmaler als die Rotwein-Kollegen. Auch hier solltest du darauf achten, Gläser zu kaufen, die nach oben hin etwas schmaler werden und die Aromen so zu Nase und Mund bündeln. Du kannst die Art von Glas auch für Weinschorlen und Sommerdrinks, wie Aperol Spritz oder Hugo bestens verwenden, das die Füllmenge optimal ist und der Stiel ein schnelles Schmilzen durch die Handwärme verhindert.

 

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