Auf einen Plausch mit Frau Ziii

Die Wiener Food-Bloggerin im Interview

Wer Food Blogs mag, kommt an Frau Ziii nicht vorbei. Wir haben mit unserer Lieblingswienerin über saisonale Improvisation, Strudelteig und Ehrgeiz gesprochen.

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Wie sind Sie zum Bloggen gekommen?

Gebürtig komme ich aus Oberösterreich und bin zum Studieren nach Wien gezogen. Hier habe ich dann meinen Mann, einen waschechten Wiener, kennengelernt. Wir haben ein sehr, sehr altes Haus im Wiener Süden gekauft und eigentlich direkt mit dem Renovieren angefangen. Ich wollte damals alles aufschreiben, was mit dem Haus passiert – auch, um meine Familie in Oberösterreich an unserem Leben in Wien teilhaben zu lassen. Deshalb habe ich einen privaten Blog eröffnet, sozusagen als Tagebuch. Da gab es auch die Rubrik Kochen & Essen. Nach ungefähr einem Jahr habe ich festgestellt, dass die einzige Rubrik im Blog, die ich regelmäßig befülle, die rund ums Kochen ist. So ist die Idee entstanden, daraus einen eigenen, öffentlichen Blog zu machen.

Frau Ziii Portrait_Magazin

Was ist das Besondere an Ihrem Blog?

Mein Blog ist sehr persönlich, also kein reiner Rezeptblog, der nur Informationen liefert. Jedes Rezept hat seine eigene Geschichte, die auch durch die Bilder dazu erzählt wird. In meinem Blog geht’s um Alltagsküche, ich stelle Rezepte vor, die nicht zu kompliziert sind und für jeden nachkochbar.
Das Essen in der Familie spielt dabei immer eine große Rolle, mein Blog ist kinder- und familienfreundlich. Ich möchte zeigen, dass Kochen nicht kompliziert sein muss und man seine Familie ernähren kann, ohne auf Industrieprodukte, Fertiggerichte und Fast Food zurückzugreifen. Viele Menschen haben heute ja gar keine Beziehung mehr zum Kochen und guten Essen.

Frau Ziii Schwarzwurzeln_Magazin

Ihr Blog ist sehr abwechslungsreich gestaltet. Wo finden Sie Inspiration für neue Beiträge?

Hauptinspirationsquelle sind für mich die Jahreszeiten. Im Winter habe ich Lust auf andere Gerichte als im Hochsommer. Was ich koche, orientiert sich an dem, was gerade bei uns Saison hat. Dazu kommt die regionale Küche, ich bin Österreicherin und mir ist Regionalität, auch bei den Produkten, sehr wichtig.
Außerdem LESE ich Kochbücher. Ich blättere sie nicht durch, sondern habe einen Stapel davon als Bettlektüre auf meinem Nachttisch liegen. Dazukommen verschiedene englischsprachige Food Blogs.

Wie arbeiten Sie? Improvisiert und spontan oder von langer Hand geplant?

Meine Alltagsküche ist spontan und, natürlich, saisonal geprägt. Beim Einkaufen schaue ich, was gerade da ist. Wenn im Geschäft ein super schöner Spinat liegt, dann nehme ich den mit. Saisonale Improvisation quasi.
Außer bei Fleisch, da überlasse ich nichts dem Zufall. Wir essen sehr bewusst Fleisch und kaufen nur Bio-Produkte aus artgerechter Tierhaltung. Deshalb kaufe ich Fleisch auch nur sehr selten im Supermarkt. Ich gehe eher zu vertrauenswürdigen Biohändlern, die ihrerseits den persönlichen Kontakt zu den Produzenten pflegen. Da muss man den Schweinebraten fürs Wochenende vorbestellen, deshalb wird bei uns alles, was mit Fleisch und Fisch zu tun hat, durchgeplant.

Könnten Sie ganz auf Fleisch verzichten?

Nein. Ich habe, als ich sehr jung war, ein Jahr lang als Vegetarierin gelebt, aber das ist nichts für mich. Das hat auch was mit Konsequenz zu tun. Wenn ich konsequent sein und wirklich, wirklich etwas bewirken wollen würde, müsste ich eigentlich vegan leben. Aber dazu habe ich eine zu starke Beziehung zum Essen, ich könnte nicht auf Dauer mit so einer Umstellung leben.
Ich bin eine Freundin von sehr bewusstem Fleischgenuss, man muss einfach wissen, wo das Fleisch herkommt und es mit Respekt behandeln. In meiner Familie ist der Fleischkonsum deshalb relativ eingeschränkt und ich habe ein festes Repertoire an Fleischsorten, das auch nicht erweitert wird. Exotische Tiere wie Krokodil oder Strauß kommen nicht auf den Teller.

Welche Zutaten dürfen nie in Ihrem Vorratsschrank fehlen?

Olivenöl, Butter, Nudeln, Parmesan, Ingwer, Äpfel und Katzenfutter.

Was war bisher Ihre größte Herausforderung in der Küche?

Also, bei Süßspeisen bin ich nicht so talentiert. Ich würde sagen, dass es eine sehr große Herausforderung war, das Karamellisieren von Zucker zu lernen. Wenn man’s kann, ist es eigentlich keine große Sache mehr, aber erst einmal dahinzukommen, war schwierig. Und ich bin stolz darauf, dass ich Strudelteig ziehen kann. Das habe ich von der Oma gelernt.

Frau Ziii Crisp_Magazin

Ich habe großen Hunger, wenig Zeit und eigentlich keine Lust zu kochen. Welches Gericht empfehlen Sie mir?

Ein klassisches Gericht für so eine Gelegenheit ist Spaghetti aglio e olio. Die Zutaten dazu hat man nämlich meistens eh zu Hause.

Was zeichnet Wien kulinarisch aus?

Wien war das Zentrum der österreichisch-ungarischen Monarchie und deshalb sind hier alle Einflüsse aus den verschiedenen Gebieten zusammengekommen. Also die böhmische und ungarische Küche genauso wie die Balkanküche. Und das spürt man heute immer noch, serbische Gerichte stehen genauso selbstverständlich auf der Speisekarte wie böhmische Mehlspeisen. Mehlspeisen sind sowieso sehr präsent, zum Beispiel Buchteln, Germknödel oder Kaiserschmarrn.

Und Ihr Lieblingsgericht aus der Wiener Küche?

Also, ich habe so eine Art Signature Dish, nämlich Wiener Wirtshausgulasch. Der Beitrag dazu hatte auf meinem Blog mit Abstand, aber wirklich mit Abstand, die meisten Leser. Gulasch ist auch so ein Import aus der ungarischen Küche, wobei das Wiener Gulasch und das Gulasch in Ungarn gar nicht mehr dasselbe sind.

Auf welches Land sind Sie aus kulinarischer Sicht besonders neugierig?

Sehr spannend ist auf jeden Fall die japanische Küche, weil sie sehr eigen ist. Dazu habe ich allerdings ein ambivalentes Verhältnis, ich kann mich nicht so recht mit ihr anfreunden. Aus gesundheitlicher Sicht ist japanisches Essen extrem interessant, aber für mich ist das eine Küche, an die man sich erst einmal ganz langsam herantasten muss. Und ich bin auch nicht unbedingt der Mensch, der alles isst.

Wenn Sie ein Restaurant eröffnen würden, was stünde auf jeden Fall auf der Speisekarte?

Wahrscheinlich würde ich Wiener Küche im modernen Gewand anbieten. Also, ich täte kein typisches Wiener Gasthaus eröffnen, davon gibt es ja schon genug. Ich würde traditionelle Gerichte neu interpretieren und dabei den Wurzeln treu bleiben. Wahrscheinlich stünden viele Eintöpfe und Mehlspeisen auf der Karte.

Wie sieht Ihr perfektes Dinner aus?

Ich würde mir einen Salat wünschen. Salatmachen ist nämlich eine echte Kunst und sehr aufwendig. Wenn jemand anderes das Dinner für mich kocht, würde ich mich sehr freuen, wenn er oder sie sich den Aufwand macht, einen richtig guten Salat zuzubereiten. Ich würde mich aber auch über ein gut gebratenes Steak oder Nudeln freuen. Als Dessert gäbe es Eis oder Schokoladenkuchen.

Frau Ziii Kueche_Magazin

Und zum Schluss: Was treibt Sie an?

Mein Blog ist die perfekte Kombi aus allem, was ich gerne tue, also kochen, essen, fotografieren und mich mitteilen. Meine Freunde und Bekannten haben vielleicht nicht dieselbe Begeisterung für diese Themen und man geht ihnen irgendwann auf die Nerven, wenn man immer nur darüber reden möchte. Durch das Bloggen komme ich mit Menschen in Kontakt, die meine Interessen teilen und das genauso gerne machen. Die Liebe dazu muss da sein.
Ehrgeiz und Anerkennung spielen, um ehrlich zu sein, auch eine wichtige Rolle: Mit jedem Blog-Eintrag möchte ich besser werden in dem, was ich mache – bei den Rezepten, den Fotos und den Texten.

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