Kartoffelknödel: So gelingt dir der Beilagen-Klassiker garantiert!

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10 Min.
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70 Min.
Niveau
Leicht

Beschreibung

Kartoffelknödel gehören definitiv zu meinen Lieblingsbeilagen. Das kommt natürlich nicht von ungefähr: Spätestens im Familienurlaub in Süddeutschland wurde meine Vorliebe für die kugeligen Sattmacher so richtig entfacht. Dabei kann ich mich gar nicht richtig entscheiden, welche es mir besonders angetan haben … Kartoffelklöße, Serviettenknödel oder doch Semmelknödel? Aber eigentlich ja ganz gut für Knödel-Liebhaber, wie dich und mich, stimmt’s?

Jetzt aber wieder zurück zum Eigentlichen – den Kartoffelknödeln! Hier erfährst du alles zu den Zutaten, deren Verarbeitung und dem perfekten Kloßteig natürlich. Dazu verrate ich dir noch ein paar kleine Tipps, klingt das nicht gut?

Woher kommt der Kartoffelknödel?

Kloß oder Knödel? Wie heißt er denn nun? In Nord- und Westdeutschland ist die Beilage als Kartoffelkloß bekannt. In Süddeutschland heißt sie eher Knödel. Da zeigt sich schon: Die Knolle in Kugelform wird in vielen unterschiedlichen Regionen Deutschlands (und Nachbarländern) serviert und hat nicht in einem speziellen Eckchen seinen Ursprung.

Der Knödelteig: Was kommt rein?

Klöße bekommt man nicht nur als Beilage zu saucenreichen Gerichten, sondern auch als Einlage in Suppen, als Vorspeise, Hauptspeise und auch als süßes Dessert. Dementsprechend besteht die Basis aus unterschiedlichen Zutaten. Da wären beispielsweise Klöße aus Brot bzw. Semmeln, Mehl, Fleisch, Quark oder Grieß.

Bei Kartoffelknödeln liegt die Grundbasis natürlich auf der Hand. Insgesamt benötigst du gerade mal 6 Zutaten für deinen Teig:

  1. Kartoffeln: Damit du später nicht zum Trauerkloß wirst, weil deine Knödel beim Kochen auseinanderfallen, greif unbedingt zu mehlig kochende Kartoffeln. Mit ihrem höheren Stärkeanteil sorgen sie dafür, dass die Klöße in ihrer runden Form zusammenhalten.
  2. Butter: Sie ist ein wichtiger Geschmacksträger und gibt dem Kartoffelteig eine schön geschmeidige Konsistenz. Du möchtest noch mehr Geschmack? Dann erhitz die Butter etwas länger und mach aus ihr feine Nussbutter!
  3. Eigelb: Ist reich an Lecithin – einem natürlichen Emulgator. Dadurch lassen sich wasser- und ölhaltige Zutaten besser mischen. Das Eigelb unterstützt also die Bindung der einzelnen Zutaten im Teig und sorgt so für Stabilität.
  4. Kartoffelstärke: Wer auf Nummer sicher gehen möchte, dass die Klöße auch wirklich in Form bleiben, gibt noch etwas Stärke hinzu.
  5. Muskatnuss: Wie schon in Kartoffelpüree sorgt Muskatnuss für das gewisse Etwas in deinen Knödelteig. Das leicht nussige und herzhaft-würzige Aroma macht deine Kartoffelknödel einfach unwiderstehlich!
  6. Salz: Etwas Salz darf natürlich auch nicht fehlen …

Du hast alle Zutaten bereit? Dann brauchst du nur noch dieses Zubehör:

  1. Kartoffelpresse: So wird dein Teig schön glatt, alternativ geht auch ein Kartoffelstampfer.
  2. Schaumkelle: Am besten aus Kunststoff, so bleiben deine Kartoffelknödel schön glatt.
  3. Kochtopf: Sollte ausreichend groß sein (ca. 11 Liter), damit deine Knödel frei schwimmen können.

Grundrezept für Omas Kartoffelknödel

Bevor es losgeht, noch 4 Zubereitungstipps für vollen Knödelerfolg:

Extra Tipp

1. Kartoffeln im Ofen garen: Dadurch verhinderst du, dass dein Teig zu feucht wird – das  erspart dir am Ende eine Menge Kartoffelstärke!

2. Knödelteig nicht zu lange kneten: Durch zu langes Kneten wird vermehrt Wasser aus der Kartoffel frei und der Teig wird wieder feucht. Gleichzeitig binden die Stärke-Moleküle das Wasser und dein Teig wird „kleisterig“.

3. Stärke erst zuletzt und sparsam zugeben: „Viel hilft viel“ vergiss in diesem Fall! Verknete deinen Knödelteig erst einmal grob und gib dann nach und nach Stärke hinzu, bis dein Knödelteig nicht mehr klebt. Er sollte sich weich und „federnd“ anfühlen.

4. Knödel mit befeuchteten Händen formen: Dadurch wird die Oberfläche schön glatt und das Wasser hat keine Angriffsfläche, um deine Knödel während des Garens zu lösen.

5. Probekloß: Bevor du alle Klöße geformt hast, mach besser einen Probekloß! Teste, ob er im Wasser hält – arbeite anderenfalls noch etwas mehr Stärke unter den Teig.

Zubereitungsschritte

1
Für die Kartoffelklöße Ofen auf 160 °C Umluft vorheizen und Kartoffeln mit Schale gründlich putzen. Kartoffeln für ca. 40 Minuten im Ofen garen, bis sie weich sind. Währenddessen Ofen ein- bis zweimal öffnen, um das Wasser verdampfen zu lassen.
Kartoffeln im Ofen garen
2
Die noch heißen Kartoffeln halbieren und mit der Schnittseite nach unten durch eine Kartoffelpresse in eine große Schüssel drücken.
Kartoffeln durch Kartoffelpresse drücken
3
Butter bei mittlerer Stufe in einem Topf erhitzen und eine Nussbutter herstellen: Dafür Butter regelmäßig mit einem Schneebesen durchrühren, während Wasser langsam verdampft. Wenn die Butter allmählich klar wird, setzen sich haselnussbraune Brösel am Boden ab. Fertige Nussbutter vom Herd nehmen.
Durch Erhitzen Nussbutter herstellen
4
Eigelb, Muskat, Salz und Pfeffer zu den Kartoffeln in die Schüssel geben und Nussbutter hinzugießen. Das Ganze mit den Händen zu einer homogenen Masse verkneten - dabei ggf. Stärke unterarbeiten, bis der Knödelteig schön weich und geschmeidig ist.
5
Arbeitsfläche mit etwas Stärke bestreuen und Knödelteig darauf zu einer einer Rolle formen. In gleichgroße Teile schneiden und mit befeuchteten Händen runde und geschlossene Kartoffelknödel formen.
6
Großen Topf mit Salzwasser aufstellen und Klöße in siedendem (nicht kochendem) Wasser ca. 20 Minuten ziehen lassen. Sobald sie an der Wasseroberfläche schwimmen, sind sie fertig. Die Kartoffelknödel mit einer Schaumkelle aus dem Wasser heben, auf Küchenpapier abtropfen lassen und heiß servieren.
Kartoffelknödel treiben an der Wasseroberfläche
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Extra Tipp

Meine Kartoffelknödel wiegen etwa 80 g pro Stück, das ergibt ca. 12 Klöße plus 1 Probekloß.

Der Knödel-Fragenhagel

Wann sind Kartoffelknödel gar?

Kartoffelknödel á 80 g benötigen ca. 20 Minuten Zeit zum Garziehen. Du erkennst gare Knödel daran, dass sie an die Oberfläche schwimmen.

Wie bleibt der Knödelteig schön hell?

Kartoffelteig aus rohen, geriebenen Kartoffeln kann schnell grau-bräunlich werden. Der Grund dafür: Die Knollen reagieren empfindlich auf Sauerstoff und oxidieren. Gib einfach etwas Zitronensaft unter die gepressten Kartoffeln und verarbeite den Teig zügig.

Wie lange sind Kartoffelklöße haltbar?

Im Kühlschrank halten sich deine Kartoffelknödel ca. 2-3 Tage. Brate sie einfach in etwas Butter mit Speck, Pilzen oder sonstigen Lieblingszutaten nochmal an und mach dir ein schnelles Resteessen fertig.

Du kannst Knödel aber auch portionsweise einfrieren und mehrere Monate im Tiefkühlfach aufbewahren.

So kannst du Kartoffelknödel aufwärmen

Du hast Kartoffelklöße über oder möchtest einfach eine große Portion für das Familiendinner vorbereiten? Kein Problem. Du kannst Knödel problemlos aufwärmen. Lass die kugeligen Sattmacher einfach auskühlen, schlag sie einzeln in Folie ein und lass sie am nächsten Tag nochmals 5-8 Minuten in siedendem Wasser ziehen.

Zu was passen Kartoffelknödel?

Es gibt so manchen Klassiker, der ohne Klöße nur halb so schön wäre: Weihnachtsgans zum Beispiel. Oder Entenbrust. Oder ein deftiges Stück Kassler. Dazu noch selbstgemachter Rotkohl oder Sauerkraut – und Fans der deutschen Hausmannskost laufen dir die Bude ein!

 

 

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