KitchenAid Cook Processor vs. Thermomix TM5 – Kampf der Küchenmaschinen

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Mit dem KitchenAid Cook Processor bekommt der Thermomix TM5 einen neuen, ernstzunehmenden Konkurrenten. Doch hat der Newcomer das Zeug dazu, dem bisherigen Flaggschiff unter den kochenden Küchenmaschinen den Rang abzulaufen? Eine Gegenüberstellung.

Keine Frage, mit einem guten Messer, Schneidebrett, Topf und Pfanne kann man in der Küche sehr weit kommen, aber wer kennt es nicht? Es gibt Tage, Momente oder auch ganze Lebensabschnitte, da wünscht man sich nichts sehnlicher, als einen fleißigen Küchenhelfer, der einem gewisse Arbeiten (oder gerne auch das ganze Kochen) abnimmt.

Und genau hier kommen Multifunktions-Küchenmaschinen mit Kochfunktion wie der Cook Processor oder der Thermomix ins Spiel.

Die Multitalente machen das Hantieren mit mehreren Töpfen und Pfannen größtenteils überflüssig, können eine Vielzahl anderer Küchengeräte ersetzen und nehmen einem die meisten Arbeitsschritte ab. Gerne werden sie deshalb auch vollmundig als „Revolution in der Küche“ angepriesen.

Man gibt nur noch die Zutaten in den Kochbehälter und den Rest erledigt die Maschine. Der Traum eines jeden Hobbykochs, der nicht viel Zeit, aber dennoch den Anspruch hat, jeden Tag etwas Frisches auf den Tisch zu bringen. Selbstverständlich kannst du aber auch deiner Kreativität freien Lauf lassen, die Kochprogramme der Geräte individuell einstellen und für eigene Rezeptideen nutzen.

Der Thermomix aus dem Hause Vorwerk ist der Urtyp der Küchenmaschinen mit Kochfunktion. KitchenAid hat sich lange Zeit gelassen, nachzuziehen. Jetzt aber kommt mit dem Cook Processor ein Gerät, das vielseitiger und günstiger als der Thermomix sein soll – und dabei noch hübscher anzuschauen.

Aber werfen wir zunächst einen Blick auf die Fakten.

Funktionen und Ausstattung

Der Cook Processor ist eine Multifunktions-Küchenmaschine, mit der sich viele alltägliche, aber auch umfangreiche Rezepte ohne großen Aufwand zubereiten lassen.

Mit ihm lassen sich Suppen, Saucen, Cremes und Dips, aber auch ganze Menüs von der Vorspeise bis zum Dessert kreieren. Auch Teige für Brote oder Pizza können mühelos geknetet oder Marmeladen eingekocht werden, ohne dass du die ganze Zeit rührend am Herd stehen musst.

Das All-in-One-Gerät übernimmt in der Küche eine Reihe von Aufgaben:

  • Zerkleinern
  • Pürieren
  • Hacken
  • Vermengen
  • Mixen
  • Schlagen
  • Emulgieren
  • Teig kneten
  • Dämpfen
  • Kochen
  • Schmoren
  • Braten

Das meiste davon kann der Thermomix auch, eine Funktion jedoch sticht ins Auge: das Braten. Das scharfe Anbraten von Fleisch gehörte bisher nicht gerade zu den Stärken von Küchenmaschinen mit Kochfunktion. Sie erreichen nicht die nötige Temperatur, damit Fleisch eine aromatische Kruste bildet.

So kann z.B. der Thermomix TM5 nur auf 120 °C erhitzt werden. Der Cook Processor hingegen bringt es auf 140 °C. Ein entscheidender Unterschied, denn genau ab dieser Temperatur entstehen die berühmten Röstaromen.

Das Fleisch oder Gemüse wird wirklich gebraten und nicht nur angedünstet. Beste Voraussetzungen also für Rezepte mit Geschnetzeltem, Hackfleisch, Gulasch oder für kurzgebratenes Gemüse.

Um zu prüfen, ob die 20 °C wirklich einen Unterschied machen, habe ich in einem kleinen Praxistest in beiden Geräten 250 Gramm Hackfleisch mit der jeweils höchsten Temperatureinstellung für 4 Minuten im Kochbehälter erhitzt. Beim Cook Processor hat das Fleisch deutliche Röstspuren bekommen. Das Hackfleisch aus dem Thermomix sieht dagegen ziemlich blass aus.

Kollage_Hack

Im Cook Processor wird das Hackfleisch gebraten, im Thermomix nur geschmort.

 

Im Gegensatz zum Thermomix verfügt der Cook Processor nicht über eine integrierte Waage. Dafür verfügt er über einen größeren Mixbehälter (2,5 Liter maximale Füllmenge gegenüber 2,2 Liter beim Thermomix) und bringt darüber hinaus alles an Ausstattung mit, was man von einer Multifunktions-Küchenmaschine dieses Kalibers erwarten kann. Mit dabei sind unter anderem:

  • eine 4,5 Liter Kochschüssel aus Edelstahl (max. Füllmenge: 2,5 Liter)
  • ein Rührer, der die Zutaten im Topf in Bewegung hält und so ein Anbrennen verhindert
  • ein Vielzweckmesser zum Zerkleinern, Mixen und Hacken (je nach Geschwindigkeit grob oder fein)
  • eine Minischüssel mit Mini-Vielzweckmesser zur Verarbeitung kleiner Mengen
  • ein Teigmesser zum Kneten selbstgemachter Brot-, Pizza- und Kuchenteige
  • ein Schneebesen zum Verquirlen von Eiern und Luftigschlagen von Eischnee, Sahne, Mousse und Soufflés
  • ein Dampfgar-Einsatz zum Dämpfen und schonenden Kochen von Fisch, Obst und Gemüse
  • ein zweiteiliger Dampfgarkorb, der auf die Kochschüssel aufgesetzt wird und es ermöglicht, mehrere Zutaten parallel zuzubereiten

Die Bedienung: Chip vs. App

Die beiden Geräte verfolgen etwas unterschiedliche Bedienkonzepte. Mit dem Thermomix TM5 wurde das Konzept des Guided Cooking („betreutes Kochen“) eingeführt. Dabei kann aus einem vorgegebenen Repertoire an Rezepten eines ausgewählt werden, das dann Schritt für Schritt nachgekocht wird. Auf dem Display wird jeweils angezeigt, was als nächstes zu tun ist.

close_thermomix

Touch-Display am Thermomix

 

Die Rezepte sind auf einem Rezept-Chip gespeichert, der wie eine Speicherkarte funktioniert und seitlich an das Gerät gesteckt wird. Auf dem Basis Rezept-Chip sind rund 200 Rezepte gespeichert, die nach dem Guided-Cooking-Prinzip zubereitet werden können. Darüber hinaus gibt es auch eine Rezept-App, die man über das Smartphone abrufen kann. Bedient wird der Thermomix hauptsächlich über ein farbiges Touch-Display und einen großen Drehregler.

Demgegenüber ist die Bedienung beim Cook Processor eher schlicht gehalten. Simplizität heißt die Devise. Statt Touch-Steuerung, animierten Grafiken und aufklappenden Menüs gibt es ein zweifarbiges Display, auf dem das Kochprogramm bzw. der aktuelle Rezeptschritt angezeigt wird.

close_KitchenAid

Display und Bedienelemente am Cook Processor

 

Daneben gibt es zwei Anzeigen für Temperatur und Kochzeit. Die einzelnen Kochmodi werden über Tasten an der Gehäusefront aufgerufen und die Rühr-Geschwindigkeit über einen metallischen Hebel eingestellt. Wie beim Thermomix gibt es einen großen Drehregler, über den man zwischen Unterprogrammen wechselt und die Temperatur und Kochzeit wählt. Insgesamt fühlt sich das Gerät etwas „analoger“ an, was wohl Teil des KitchenAid Konzepts sein dürfte. Auch beim Cook Processor gibt es vorprogrammierte Kochmodi, über die sich die Rezepte Schritt für Schritt nachkochen lassen.

Die Rezepte sind dabei nicht im Gerät selbst gespeichert, sondern über eine App abrufbar, die bei diesem ersten Test mit einem Prototypen des Cook Processors jedoch noch nicht verfügbar war.

Beiden Geräten liegt ein umfangreiches gedrucktes Kochbuch bei. Darüber hinaus bieten sie neben den vorgegebenen Kochprogrammen die Möglichkeit, alle Einstellungen manuell vorzunehmen, um Rezepte zu variieren oder eigene zu kreieren.

Sowohl der Thermomix als auch der Cook Processor lassen sich intuitiv und ohne intensives Studium der Gebrauchsanweisung bedienen. Und beide Bedienkonzepte führen gleich schnell ans Ziel. Zum Vergleich habe ich in beiden Küchenmaschinen ein einfaches Ratatouille gekocht, das jeweils nach ca. 30 Minuten auf dem Tisch stand.

Kollage_Gemüse

Ein einfaches Ratatouille, zubereitet mit dem Cook Processor und dem Thermomix

 

Das Design: Raumstation vs. Küchen-Cadillac

Hätte man mich in den späten 1980ern gefragt, wie ich mir eine Küchenmaschine der Zukunft vorstelle, hätte ich wahrscheinlich so etwas wie den Thermomix vor meinem inneren Auge gehabt. Bei Zeit Online wird der Thermomix als „Ungetüm aus weißem Kunststoff mit einem Blechtopf in der Mitte“ bezeichnet.

Für mich ist er, rein optisch betrachtet, ein Design-Spagat zwischen einer Ufo-Landestation und R2D2, dem kleinen Roboter aus der Star Wars-Reihe. Aber über Design lässt sich bekanntlich streiten: Für die einen ist es der geliebte „Thermi“, für die anderen die klobigste Küchenmaschine der Welt.

Wie zu erwarten, setzt KitchenAid auch beim Cook Processor auf den bewährten Look mit Retro-Elementen, den man von der Artisan Küchenmaschine kennt. Mit seiner stattlichen Größe, einem Gewicht von gut 10 kg (gegenüber 7,7 kg beim Thermomix), den rundlichen Formen und Applikationen im Chrom-Look erinnert mich das Gerät immer an einen dieser ausladenden amerikanischen Straßenkreuzer – nur eben für die Küche und mit einem Dampfkessel auf der Rückbank. Doch genug der wilden Assoziationen – Fakt ist: Das Gehäuse ist robust, komplett aus Spritzgussmetall gefertigt und sehr hochwertig verarbeitet.

Darüber hinaus bietet KitchenAid die größere Farbvielfalt. Während es den Thermomix nur im weißen Kunststoffgehäuse gibt, kann man beim Cook Processor zwischen 6 Farben wählen: Die Farbpalette reicht von Empire Rot und Liebesapfel Rot über Frosted Pearl und Crème bis hin zu Medaillon Silber und Onyx Schwarz. Wer also schon ein anderes Gerät aus der KitchenAid Artisan Reihe sein Eigen nennt, findet zu den gängigsten Farbvarianten auch den passenden Cook Processor.

Preis und Verfügbarkeit: Vertreter vs. (Online-)Fachhandel

Natürlich spielt beim Kauf einer Küchenmaschine dieser Größenordnung auch der Preis eine Rolle. Der Cook Processor (999 Euro) ist rund 10% günstiger als der Thermomix (1.109 Euro).

Was den Vertrieb der Geräte angeht, verfolgen beide Hersteller eine unterschiedliche Philosophie. Der Thermomix wird ausschließlich bei Tupper-Party-artigen Veranstaltungen, dem sogenannten „Erlebniskochen“, verkauft. Dazu muss ein Termin mit einer Thermomix-Repräsentantin vereinbart werden, die einen dann zu Hause besucht und die Küchenmaschine in einer kleinen Koch-Show vorführt. Wer das Gerät kaufen möchte, muss derzeit mit einer Wartezeit von ca. 3 Monaten rechnen.

Den Cook Processor hingegen kannst du ganz klassisch im Fachhandel erwerben oder online kaufen.

Fazit

Sowohl der Thermomix TM5, als auch der KitchenAid Cook Processor halten, was sie versprechen. Sie erleichtern den Küchenalltag enorm und machen zahlreiche andere Küchengeräte überflüssig.

Der Thermomix bietet mit dem bunten Touchscreen und der integrierten Waage etwas mehr Bedienkomfort. Der Cook Processor hingegen eröffnet durch die höhere Maximaltemperatur und seine Bratfunktion die Möglichkeit, Gerichte zuzubereiten, die sich im Thermomix nicht oder nur mit einigen Abstrichen umsetzen lassen. Weitere Pluspunkte gibt es für die größere Füllmenge des Mixtopfes, die breitere Farbpalette und den günstigeren Preis.

Einen klaren Sieger im Kampf der zwei Küchenmaschinen-Giganten gibt es für mich nach diesem ersten Testlauf nicht. Für welches Gerät man sich mehr begeistern kann, ist eine Frage des persönlichen Geschmacks.

Eine Redakteurin der Rheinischen Post bringt es wohl ganz gut auf den Punkt, wenn sie sagt, dass Thermomix- und Kitchen-Aid-Fans ungefähr so viel gemeinsam haben wie Hunde- und Katzen-Freunde, wie Helene-Fischer- und Metallica-Fans.

Bei Facebook sind die beiden Fangemeinden bereits in eine hitzige (und nicht immer sachliche) Debatte eingestiegen.

fb-kommentare

Sieht ganz so aus, als würde sich die Kochgemeinde beim Thema Küchenmaschinen mit Kochfunktion in zwei Lager spalten: Team Thermomix und Team KitchenAid.

Ich selbst sehe mich eher im Team KitchenAid. Als passionierter Fleischesser überzeugen mich die besseren Brateigenschaften des Cook Processors. Das Design erscheint mir gegenüber dem biederen Thermomix gelungener, das Metallgehäuse robuster. Dass ich dafür nicht in den Genuss eines „Erlebniskochens“ komme, nehme ich gern in Kauf.

Letztlich muss aber jeder selbst entscheiden, auf welcher Seite er steht.

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